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Olympiaqualifikation im Vergleich

Man könnte sagen, die Olympiaqualifikation ist für alle gleich, aber es gibt doch traditionelle Unterschiede zwischen verschiedenen Ländern. Hier ein Beispiel anhand der Marathonqualifikation in Deutschland und den USA.

Zunächst gibt es die Olympianorm, die jeder Teilnehmer im Qualifikationszeitraum vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Mai 2020 erfüllen muss. Bei den Frauen ist das eine 2:29:30, bei den Männern eine 2:11:30. Als Alternative gilt eine Top 10 Platzierung bei den Marathon Majors, sowie der WM in Doha oder eine Top 5 Platzierung bei einem Gold Label Marathon als Normerfüllung.

In Deutschland ist es dann einfach, die drei schnellsten Frauen und Männer, die die Olympianorm erfüllt haben, werden nominiert. Es gelten alle Zeiten im Qualifikationszeitraum.

In den USA ist das System anders, was der generell deutlich höheren Athletenanzahl geschuldet ist.

Um gleiche Bedingungen für alle Teilnehmer zu schaffen, gibt es in den USA die Olympic Trails. Das ist ein Wettkampf, in dem direkt über die Olympiateilnahme entschieden wird. 

Um an diesem Wettkampf teilnehmen zu dürfen, muss man eine nationale Qualifikationsnorm erfüllen. Bei den Frauen ist das eine 2:45:00, bei den Männern eine 2:19:00. Man kann sich auch mit Halbmarathonzeiten von 1:13:00 bzw. 1:04:00 für die Olympic Trails qualifizieren. Die Zeiten gelten schon seit 1. September 2017 (Marathon) bzw. 1. September 2018 (Halbmarathon).

Am 29. Februar 2020 findet der Ausscheidungsmarathon in Atlanta statt. Qualifiziert sind 511 Frauen und 260 Männer. Den Stellenwert dieses Events erkennt man daran, dass es bundesweit im Fernsehen übertragen wird und mehrere Schuhersteller an diesem Tag ihre Olympiaschuhe veröffentlichen, um ihren Athleten die bestmögliche Unterstützung zu geben. Welches System die besseren Ergebnisse liefert, kann man nicht abschließend sagen und das ist zum Teil auch einfach den unterschiedlichen Bedingungen geschuldet. Medial lässt sich ein Wettkampf mit einer eng beieinanderliegenden, nationalen Spitze natürlich deutlich besser vermarkten als ein Fernduell um die Olympianorm mit der besten Zeit.

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