Falkenkopf statt Grand Ballon

Für mich stand letztes Wochenende eigentlich ein letztes Trainingslager im Elsass auf dem Programm. Momentan gibt es aber noch eine Reisewarnung von deutscher und französischer Seite für das Elsass, so dass das Trainingslager in dieser Form nicht durchgeführt werden konnte.

An der Lust auf Radfahren ändert das wenig, so wurde es einfach in den heimischen Schönbuch verlegt. Statt Asphalt und langen Anstiegen, gab es dann Schotter (oder neudeutsch Gravel) und kurze Rampen, aber das tat dem Spaß keinen Abbruch. Auch social distancing wurde gesetzeskonform umgesetzt und bei den niedrigeren Geschwindigkeiten vermisst man den Windschatten nicht so sehr.

Mark on gravel

Überhaupt steht momentan der Spaß an erster Stelle und die Zahlen sind gar nicht so wichtig wie geplant. Momentan sind nahezu alle Rennen, inklusive meines ersten A-Rennens Anfang Juni, abgesagt. Das heißt in der Konsequenz auch, dass ich konstant durchtrainiere, anstatt auf den Punkt fit zu sein. Deshalb gibt es keine Tapering-Phase und das Trainingslager muss keine wettkampfspezifischen Einheiten beinhalten.

Leistungsdiagnostiken, egal ob im Labor oder daheim, sind eine gute Grundlage für strukturiertes Training. Sie haben lediglich den Nachteil, dass sie Zeit kosten. Davor und danach sollte man einen Ruhetag oder zumindest reduziertes Training einplanen. Da ich im Moment keine Lust habe, mich an einen strikten Trainingsplan zu halten, setze ich auf Leistungskontrollen aus dem Trainingsalltag.

Indoor ist das bei mir eine Kombination aus Puls- und Wattwerten, die unter nahezu gleichbleibenden Bedingungen auf einem Rollentrainer erzeugt werden. Durch viele Vergleichswerte aus den letzten Jahren reichen mir diese Daten um meine Leistungsentwicklung realistisch einzuschätzen.

Outdoor ist es etwas schwieriger und von viel mehr Variablen, wie dem Wetter oder dem Tourenverlauf, abhängig. Und ich besitze leider keinen Wattmesser am Fahrrad. So muss ein Pulsmesser und ein GPS-Tacho reichen, um die Leistungsfähigkeit einzuschätzen. Dazu setze ich gerne längere Strava-Segmente ein. Strava hat eine Funktion, dass man alle seine Werte auf den gleichen Segmenten miteinander vergleichen kann und so eine Leistungsentwicklung sieht. Bis vor kurzem war das noch kostenlos möglich, jetzt muss man dafür ein Abo abschließen. Da man aber immer noch seine Zeit in den Segmenten angezeigt bekommt, reicht mir für meine Zwecke auch die kostenlose Version.

Fazit des Trainingslagers zuhause:

Im Schönbuch

Der Spaßfaktor war identisch und auch die Leistungsentwicklung der letzten Zeit verläuft wie geplant. Ein zusätzlicher Pluspunkt für mich ist die gesparte Zeit für die Anreise. Gefehlt hat mir die andere Trainingsumgebung. Das ist zum einen die andere Landschaft in der Trainingsregion, aber auch das gemeinsame Frühstück und Abendessen mit der Trainingsgruppe. Das lenkt mich noch mehr vom Alltag ab, als wenn ich jeden Tag in meinem eigenen Homeoffice, ähhh meiner Wohnung, bin.

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